Belastungs-EKG, Leistungsdiagnostik und sportmedizinische Untersuchung: Kardiologe und Sportmediziner Manfred Wonisch erklärt, warum das für alle ab 35 Jahren so wichtig ist.

Hand auf’s Herz: Ziehen Sie einfach Ihre Laufschuhe an und sprinten Sie los? Auch wenn eine Sportart wie das Laufen so einfach und bequem durchführbar erscheint, sollte man sich vor Augen halten, dass nicht jeder Sport für jede Person geeignet ist. Gerade beim Laufen, wo der plötzliche Herztod immer wieder Sportlerinnen und Sportlern das Leben kostet. Die Ursache liegt meistens in einer plötzlich auftretenden schweren Herzrhythmusstörung, dem so genannten Kammerflimmern. Dieses bleibt vielfach unerkannt. Deshalb empfiehlt sich ab dem Alter von 35 Jahren eine sportmedizinische Untersuchung. Ab diesem Alter ist meist die Arteriosklerose, die Verhärtung der Schlagadern, ursächlich für einen Herzinfarkt. Bei einer sportmedizinischen Leistungsdiagnostik zur (Herz-)Gesundheit können schlummernde Risiken erkannt werden. Testen Sie selbst:

  • Wurde Ihnen von fachmännischer Seite schon einmal empfohlen, Bewegung und Sport nur unter ärztlicher Kontrolle auszuüben?
  • Litten Sie in letzter Zeit unter Schmerzen in der Brust?
  • Haben Sie Probleme mit der Atmung?
  • Sind Sie wegen Schwindels schon einmal gestürzt oder haben das Bewusstsein verloren?
  • Haben Sie Knochen- oder Gelenkprobleme?
  • Nehmen Sie Medikamente gegen hohen Blutdruck ein?

„Beantwortet man eine oder mehrere Fragen mit Ja, ist eine sportmedizinische Leistungsdiagnostik dringend angeraten. Ich lege sie aber auch jenen Menschen ans Herz, die eine neue Sportart betreiben wollen. Oder jenen, die nach längerer Pause, etwa durch Krankheit, wieder aktiv werden“, betont der Sportkardiologe Manfred Wonisch von SPORT-med-GRAZ. Immer wieder zeige sich, dass Vorerkrankungen oder Krankheitssymptome nicht ernst genug genommen werden – mit oft fatalem Ausgang während körperlicher Belastung.

Leistungsdiagnostik: Ist das Herz fit für viel Sport?

Jeder Körper tickt anders. Diese Feststellung ist die Ausgangsbasis der so genannten personalisierten Medizin. Damit rückt auch in der Sportmedizin die Frage nach dem persönlichen Fitnesslevel und den individuellen Leistungsgrenzen mehr und mehr in den Vordergrund. Die sportmedizinische Leistungsdiagnostik bei SPORT-med-GRAZ beinhaltet ein sportmedizinisches Erstgespräch sowie eine sportmedizinische Untersuchung, sie erhebt Risikofaktoren und den Blutdruck. Mittels Ergometer oder Laufband geben Tests, insbesondere das Belastungs-EKG, und die Spiroergometrie Auskunft über die körperliche Fitness und die Tauglichkeit für die jeweiligen Sportarten.

Diese Leistungstests erheben zudem die Leistungsgrenzen. Das ist gerade dort wichtig, wo jemand neu mit einer Sportart beginnt oder es darum geht, die körperliche Fitness richtig einschätzen zu können. Aktiven Sportlern oder Leistungssportlern dient der Test dazu, ihren sportlichen Status quo festzustellen, um ihr Leistungsspektrum zu erweitern.

Belastungs-EKG und sportmedizinischer Check

Beim Belastungs-EKG bei SPORT-med-GRAZ werden während des Ergometerfahrens oder Laufens Herzaktionen gemessen und in Watt aufgezeichnet, das beginnt bei 25 bis 50 Watt bei normalem Gehen und steigert sich bis 150 Watt bei starker Belastung. In dem Fall schlägt das Herz schneller, der Blutdruck steigt an, das Herz braucht mehr Sauerstoff. Sind die Herzkranzgefäße verengt, wird das Herz nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Die Untersuchung zeigt, ob und wie das Herzkreislaufsystem fähig ist, sich dem durch die sportliche Betätigung gestiegenen Sauerstoffbedarf anzupassen. Beim Belastungs-EKG hat sich schon so manche koronare Herzkrankheit oder Durchblutungsstörung an den Herzkranzgefäßen gezeigt, die im Ruhe-EKG nicht zu entdecken war. Die Erkenntnisse aus einem Belastungs-EKG liefern auch Rückschlüsse auf die Muskelstärke, die Durchblutung, die Frequenz und den Rhythmus des Herzens.

Mit Spiroergometrie Atemgase prüfen

Zuletzt wird bei SPORT-med-GRAZ mittels Spiroergometrie das Atemgas gecheckt. Diese Untersuchung liefert Auskünfte über die Belastbarkeit von Lunge und Herzkreislaufsystem. Während des Tests, auch wieder auf Laufband oder Ergometer, trägt man eine Maske. Diese deckt Mund und Nase ab, damit die Atemtätigkeit sowie die Konzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Atemluft (Atemgase) unter körperlicher Belastung gemessen werden können. Auch dieser Teil der Untersuchung dient dazu, die individuelle Belastungsgrenze der Patienten zu ermitteln oder um festzustellen, ob die Ursache einer Leistungseinschränkung am Herzen oder in der Lunge liegt.

Sportmedizinische Untersuchung als Sicherheit

„Die Leistungsdiagnostik bietet nicht nur wichtige Rückschlüsse auf den persönlichen Gesundheitszustand und die persönlichen Leistungsgrenzen“, betont Sportkardiologe Wonisch. „Sie liefert wichtige Grundlagen für weiterführendes Training und Trainingsprogramme, um körperlich fit und leistungsfähiger zu werden.“ 

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