Ja, nach ärztlicher Abklärung unbedingt bei Bluthochdruck Sport betreiben, rät Sportkardiologe Doz. DDr. Manfred Wonisch, F.A.C.S.M. von SPORT-med-GRAZ. Studien zufolge ist die Mortalität bei sportlichen Bluthochdruckpatienten um 70 Prozent geringer als bei unsportlichen. Darüber hinaus hilft Bewegung, das Risiko für Bluthochdruck zu reduzieren. Übrigens: Selbst bei niedrigem Blutdruck wirkt sich Bewegung positiv aus. .

 

Jeder vierte Österreicher hat einen zu hohen Blutdruck, im höheren Alter ist es sogar jeder zweite. „Hoher Blutdruck gilt als ‚silent killer‘, man bemerkt ihn sehr lange nicht“, weiß Sportkardiologe Doz. DDr. Manfred Wonisch, F.A.C.S.M. von SPORT-med-GRAZ. „Oft treten keine oder nur uncharakteristische Beschwerden auf. Etwa dass man schneller außer Atem kommt. Langzeitfolgen können allerdings ein höheres Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall sein“, so der Experte.

 

Bluthochdruck-Risiko steigt mit zunehmendem Alter

Bluthochdruck ist eine „klassische Wohlstandserkrankung“, die Risikofaktoren sind Übergewicht, bereits bestehende Vorerkrankungen des Herzkreislaufsystems, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, aber auch das Alter. „Bei Männern steigt ab 55 Jahren das Risiko, bei Frauen ab 65 Jahren.“

 

Bei Bluthochdruck Sport als Medizin nutzen

Ein häufiges – und leider falsches – Vorurteil ist, dass man sich bei Bluthochdruck schonen und Belastungen vermeiden soll. Dazu Wonisch: „Bewegung wirkt sich sogar positiv auf den Bluthochdruck aus. Um Sport aber tatsächlich als Medizin nutzen zu können, ist die Konzipierung eines Bewegungsprogramms gemeinsam mit einem Experten empfehlenswert. Dies deshalb, da über eine sportmedizinische Leistungsdiagnostik die individuellen Voraussetzungen geklärt werden sollten. Darauf – und auf die jeweiligen Vorlieben in Sachen Bewegung und die verfügbaren Zeitressourcen – wird dann der Trainingsplan erstellt. Und dabei gilt: Jeder Schritt zählt.“ Empfohlen werden mind. 90 Minuten Bewegung mit mittlerer Intensität, um den Blutdruck auf Normalniveau (unter 140 zu 90 mmHg) zu halten.

 

Forschung bestätigt die positive Wirkung

„Studien zeigen, dass der blutdrucksenkende Effekt intensivierter körperlicher Aktivität mit einer medikamentösen Therapie vergleichbar ist und die Mortalität sowie kardiovaskuläre Folgeschäden signifikant reduzieren kann“, verweist Wonisch u.a. auf eine Publikation in der wissenschaftlichen Zeitschrift für Allgemeinmedizin.

Eine Langzeitstudie über 25 Jahre bestätigt darüber hinaus, dass die kardiovaskuläre Mortalität um 70 Prozent bei Bluthochdruckpatienten, die regelmäßig gelaufen sind, niedriger war als bei Bluthochdruckpatienten, die körperlich inaktiv waren. „Am stärksten ist die blutdrucksenkende Wirkung bei moderatem Ausdauertraining wie schnelles Gehen, Laufen, Wandern oder Schwimmen. Aber auch Krafttraining hat eine harmonisierende Wirkung auf den Blutdruck“, so Wonisch. Bevor bei Bluthochdruck Sport als Medizin genutzt wird, sollte der Blutdruck allerdings gut eingestellt sein. „Mit Werten über 160/95 mmHg sollte man nicht ohne medizinische Begleitung mit Sport beginnen, weil es sonst zu gefährlichen Blutdruckspitzen kommen kann“, betont Wonisch.

 

Präventive Wirkung: Sport harmonisiert den Blutdruck

„Bei Menschen mit tendenziell höherem Blutdruck führt Bewegung wie Laufen oder Wandern zu einer Senkung. Bei Menschen mit niedrigem Blutdruck zu einer Erhöhung. Dieser Effekt hält auch 24 bis 48 Stunden an. Regelmäßige Bewegung ist daher eine sehr effektive Möglichkeit, seinen Blutdruck zu harmonisieren. Um dauerhaft motiviert zu bleiben, ist es besonders wichtig, dass gemeinsam mit einem Experten ein verhältnismäßiges Bewegungsprogramm entwickelt wird. Auch Abwechslung bei den Sportarten und eine sportwissenschaftliche Begleitung beim Training können hier unterstützend wirken.“

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Mit Bewegung seine Gesundheit verbessern

Regelmäßige Bewegung wirkt sich nicht nur auf Bluthochdruck positiv aus. „Auch die Cholesterin-Werte können sich verbessern und der Blutzucker-Spiegel sinkt. Bei einer körperlichen Aktivität werden nämlich die Muskeln aktiviert, die für ihre Arbeit Glukose benötigen. Diese Glukose wird aus dem Blut in die Zelle geschleust.“ Mit einem gesunden Cholesterin- und Blutzuckerspiegel reduziert man sein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall.
Auch beim Krafttraining zeigt sich eine langfristig positive Wirkung: „Regelmäßiges Krafttraining führt dazu, dass bestimmte Kraftbelastungen im Alltag, wie etwa das Heben einer Kiste, zu einem geringeren Blutdruckanstieg führen“, so Wonisch.