Jährlich erleiden in Österreich rund 34.000 Menschen einen Herzinfarkt. Danach stellen sich viele Fragen: (Wie) muss ich mein Leben verändern? (Wann) darf ich wieder Sport machen? Und wie trainiere ich richtig nach einem Herzinfarkt?

„Früher hat man nach einem Herzinfarkt zu längeren Trainingspausen geraten“, weiß Sportkardiologe Doz. DDr. Manfred Wonisch, F.A.C.S.M. „Das hat sich mittlerweile geändert. Die Behandlung erfolgt heute meist invasiv mit einem Herzkatheter, wodurch Patientinnen und Patienten schneller wieder stabil sind. Bedenken sollte man aber, dass Herzleistung und Kondition nach einem Infarkt reduziert sein können. Beim Infarkt stirbt Herzmuskelgewebe ab und vernarbt. Kontinuierliches Aufbautraining ist aber umso wichtiger, damit die Pumpfunktion des gesunden Gewebes trainiert wird.“

Training nach Herzinfarkt: Wie startet man?

In einer ausführlichen sportkardiologischen Untersuchung wird die Sporttauglichkeit medizinisch überprüft und die optimalen Trainingsbereiche werden festgelegt. Für das darauf basierende Trainingsprogramm gibt es keine Patentrezepte, da jeder Mensch individuell ist. Dazu der Sportkardiologe: „Relevant für das Training nach einem Herzinfarkt ist nicht nur die Herzgesundheit, sondern die gesamte körperliche Fitness. Für einen Menschen, der sich in Vergangenheit viel bewegt hat, braucht es ein anderes Programm als für jemanden, der eine lange Trainingspause hinter sich hat. Auch sind die Ziele von Mensch zu Mensch unterschiedlich.“

Professionelle Begleitung mit Trainingstherapie

Das Team von SPORT-med-Graz entwickelt für jeden Menschen ein maßgeschneidertes Training – medizinisch abgesichert und sportwissenschaftlich fundiert. Auch Trainingstherapie wird angeboten, erläutert Sportwissenschafter Matthias Schützenhöfer, MSc: „Gerade Menschen mit Vorerkrankungen haben oft Bedenken, ob und wie sie sich bewegen können und sollen. Deshalb wird in der Trainingstherapie viel Wert auf eine korrekte und gesunde Übungsausführung gelegt. So kann auch wieder Vertrauen in den eigenen Körper aufgebaut werden.“

Welche Sportarten nach einem Herzinfarkt?

Intensives Gewichtheben ist kurz nach einem Herzinfarkt nicht empfehlenswert, weil es dabei zu Blutdruckschwankungen kommen kann. Krafttraining aber generell zu verbieten, ist oft nicht notwendig. Im Gegenteil, ist die Kraft und Muskelaufbau doch oft ein vernachlässigter Bereich in der Prävention oder Rehabilitation.

Generell wichtig: Langsam beginnen und auf seinen Körper hören. Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen, Fahrradfahren oder Walken sind grundsätzlich sehr gut geeignet. Man sollte jene Bewegungsform wählen, die einem Spaß macht. Dann klappt es auch mit der Motivation. Auch der Golfsport ist ideal, weil es sich um eine sanfte Trainingsform mit konstanter Belastung handelt. Golf fördert das Gleichgewicht und man ist dabei dauernd in Bewegung. Während eines vierstündigen Spiels legt man im Durchschnitt fast neun Kilometer zurück.

Sicheres Training nach einem Herzinfarkt

Das Wichtigste für ein Training nach einem Herzinfarkt ist: Auf den Körper hören und Trainingsfortschritte regelmäßig überprüfen. Die Begleitung von Expertinnen und Experten sorgen dabei für ein Maximum an Sicherheit.